Historische Frau des Monats Februar

01.02.2016 10:37 von Anne Beel (Kommentare: 0)

Emmeline Pankhurst

um 1913, Quelle Wikipedia

14. Juli 1858 in Manchester, England, als Emmeline Goulden - 14. Juni 1928 in London, England

Radikalfeministische Theoretikerin und Suffragette

„Frauen sind erst dann erfolgreich, wenn niemand mehr überrascht ist, dass sie erfolgreich sind“.

Emmeline wuchs in einer Mittelstandsfamilie mit der radikal-demokratischen Einstellung ihrer Eltern auf, die sich in der Liberalen Partei gegen Sklaverei, das Getreidezollgesetz und für das Frauenwahlrecht ausgesprochen hatten. Schon mit 14 Jahren nahm sie an einer Versammlung über das Frauenwahlrecht teil. 1879 heiratete sie den Rechtsanwalt Richard Marsden Pankhurst (1834–1898), mit dem sie fünf Kinder hatte. 1898 starb ihr Mann jedoch und sie sorgte mit dem geringen Lohn einer Standesbeamtin alleine für sich und ihre Kinder.

1903 gründete sie zusammen mit fünf anderen Frauen, darunter ihre Tochter Christabel Pankhurst, die Women’s Social and Political Union – eine Organisation für die Frauenrechte in England. Pankhurst verfolgte zunächst die Theorie des gewaltlosen Widerstandes, jedoch vergeblich. Sie lernte aus den Erfolgen anderer: “Die Landarbeiter hatten das Wahlrecht gewonnen […] indem sie Heuschober anzündeten, Krawalle anzettelten und so den englischen Politikern ihre Stärke demonstrierten in der einzigen Sprache, die diese verstehen.” Die Methoden der Bewegung radikalisierten sich über die Jahre, weshalb Pankhurst mehrmals verhaftet wurde. Immer mehr Frauen schlossen sich den militanten Suffragetten an, die den englischen Politikern entschlossen und hartnäckig entgegentraten. Sie störten ihre Wahlkampfversammlungen, zerbrachen Schaufenster und zündeten leerstehende Landsitze und die Post in den Briefkästen an. Schließlich ließen sich dafür ins Gefängnis sperren und traten dort in lebensbedrohliche Hunger- und Durststreiks. Kurz vor ihrem Ziel brach der 1. Weltkrieg aus und die radikale Frauenbewegung in England trat in den Hintergrund. Emmeline und Christabel stellten sich ganz in den Dienst der Nation und engagierten sich für das Wahlrecht der Soldaten und Seeleute.

Nach Kriegsende im Jahr 1918 durften Frauen über 21 Jahre schließlich Parlamentsabgeordnete werden, aber erst ab ihrem 30. Lebensjahr selbst wählen gehen.

Am 14. Juni 1928 starb Emmeline Pankhurst und durfte es nicht mehr miterleben, dass drei Wochen später, am 2. Juli 1928 in Großbritannien das Allgemeine Wahlrecht auch für Frauen in Kraft trat.

Literatur über Emmeline Pankhurst finden Sie auch bei uns im Archiv.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch dienstags von 13 bis 15 Uhr und donnerstags von 15 bis 18:30 Uhr.

Ab dem 04.02.2016 läuft der Film „Suffragette - Taten statt Worte“ von Sarah Gavron in den deutschen Kinos an. 

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