Historische Frau des Monats Mai

13.05.2015 08:35 von Anne Beel (Kommentare: 0)

Sojourner Truth

(1797-1883, USA)

Ain’t I a Woman? – Bin ich etwa keine Frau?

Abolitionistin, Feministin und Wanderpredigerin

Sojourner Truth wurde 1797 unter dem Namen Isabella als Sklavin auf einer Farm in Ulster County, New York geboren. 1826 floh sie in den Schutz einer Quäkerfamilie, die sie auslöste und befreite. Seit 1843 zog sie unter dem selbstgewählten Namen Sojourner Truth als Predigerin durch das Land und knüpfte Kontakte mit abolitionistischen und feministischen Bewegungen. In öffentlichen Reden  sprach sie über soziale, politische und religiöse Themen und verknüpfte diese mit Alltagserfahrungen. Sie setzte sich besonders für die Abschaffung der Sklaverei und für die Rechte von Frauen ein. Auf der Frauenrechtskonvention in Ohio 1851 hielt sie ihre berühmt gewordene Rede „Ain’t I a Woman“. In dieser forderte sie die mehrheitlich weißen Frauen auf der Konferenz dazu auf, sich auch für die Rechte schwarzer Frauen einzusetzen. Damit verwies sie bereits Mitte des 19. Jahrhunderts auf Fragen der Mehrfachdiskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Klasse, die heute unter dem Thema Intersektionalität verhandelt werden. Die Rede wurde 1881 in die History of Women Suffrage aufgenommen. Besonders in der afroamerikanischen Frauenbewegung der 1970er und 1980er Jahre wurde Sojourner Truth neurezipiert und inspirierte unter anderem die Literaturwissenschaftlerin und Feministin bell hooks zu ihrem Buchtitel „Ain’t I a Woman: Black women and feminism“ (1981).

(Quelle: Gerhard, Ute u.a. (Hg): Klassikerinnen feministischer Theorie. Grundlagentexte, Bd. 1, 1789-1919, Ulrike Helmer Verlag, 2008).

Literatur von und über Sojourner Truth finden Sie bei uns im Archiv. Wir freuen uns auf Ihren Besuch dienstags von 13 bis 15 Uhr und donnerstags von 15 bis 18:30 Uhr.

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