Frau des Monats Dezember 2021: Ilhan Abdullahi Omar

03.Dezember 2021 | | Frau des Monats

Ilhan Abdullahi Omar

US-amerikanische Aktivistin und Politikerin der Demokrat*innen aus Somalia, die 2019, im 5. Wahlbezirk, Minnesota in den Kongress gewählt wurde

Geboren am 04.10.1982 in Mogadischu, Somalia

 “I will fight for LGBTQIA+ rights in Washington D.C., and together, we will raise our voices against those who seek to divide us with hate and bigotry.” (Omar 2018)

Ilhan Abdullahi Omar ist eine 39-jährige Aktivistin und Politikerin, die in Minneapolis 2018 als erste muslimische, aus Somalia geflüchtete Frau mit Hijab in das US- amerikanische Repräsentantenhaus gewählt wurde. Sie gehört zu der sogenannten „Squad“, einer Gruppe von vier Frauen, die alle 2019 einen Platz im Kongress erhielten. Neben ihrem Engagement für die LGBTQIA+ Rechte setzt sich Omar für die Gleichstellung von diskriminierten Gruppen ein und fordert die Ehe für alle. Sie steht für links-progressive Ideale der demokratischen Partei, wie den Green New Deal, unterstützt eine durch Steuern finanzierte Gesundheitsversorgung für alle, sowie die Abschaffung des Schulgeldes und einen stündlichen Mindestlohn von 15 $. Außerdem steht sie für die Entkriminalisierung von Immigrierenden ein und kämpft für einen legalen Weg zur amerikanischen Staatsbürgerschaft. Omar verurteilt kritisch die militärische Außenpolitik und fordert eine Reduzierung der militärischen Ausgaben, denn:

„By principle I’m anti-war, because I survived a war“, Omar erklärt, dass sie sich gegen den Krieg positioniert, da sie selbst einen überlebte (Omar 2019). Durch ihre konsequente Haltung und ihre starken Forderungen, sowie das immer wieder Einstehen- Müssen für ihre Herkunft und Religion, also für sich als Mensch, macht sie zu einem starken Vorbild und einer Überlebens-wichtigen Frau in der Politik für einen breiten Teil der US-amerikanischen Bevölkerung. Auch Trump scheint „the squad“, also die vier Frauen im Kongress als Konkurrentinnen zu sehen, da er sie mehrmals rassistisch attackierte, sodass Omar mehreren Todesdrohungen ausgesetzt war (Koerner 2019). Davon lässt sich Ilhan Omar aber nicht klein kriegen, denn der Weg zur Gleichstellung sei immer ein Hoch und Tief, sagt sie (2019). Doch nichtsdestotrotz erinnert sie daran, dass die Basis, die wir schaffen, von der nächsten Generation mitgenommen werden kann, sodass, auch wenn wir scheitern diese damit Großes erreichen werden:

„I think we need to be patient and resilient and realize that what we do today—if we’re not successful—it allows the second-generation to pick up the baton and run with it.“ (Omar 2019).

Ilhan Abdullahi Omar wurde am 04.10.1982 in Somalia als Jüngste von acht Kindern geboren. Ihre Mutter starb als sie sehr jung war. So wuchs sie die ersten acht Jahre mit ihren Geschwistern, ihrem Vater, ihrem Opa und vielen Geschichtsbüchern und afrikanischen Kunstbüchern auf. Durch ihren Großvater und ihren Vater lernte sie früh, für sich als Frau und für diejenigen einzustehen, die unterdrückt werden: „I was made to believe that I had a role in making sure that everbody had their fair share“, was so viel bedeutet wie, dass Omar schon früh einen Sinn für Gerechtigkeit entwickelte (Omar 2019).  Als 8-Jährige floh sie mit ihrer Familie vor dem somalischen Bürgerkrieg. Nachdem sie von ihrer Familie getrennt wurde, kam sie zunächst in einem Geflüchteten Heim in Kenia unter, wo sie vier Jahre blieb. 1995 wanderte sie in die USA ein, lernte innerhalb von drei Monaten Englisch und erhielt mit 17 Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Es sei ihre große Motivation und Verantwortung für andere ein Beispiel zu sein und denjenigen die nach ihr kommen zu zeigen wo die Grenzen liegen:

„The way that I deal with things—that also sets parameters and examples for people who will come after me.“ (Omar 2018). Ihre Geschichte macht sie zu einer besonderen Politikerin und Aktivistin, denn sie versteht, wie es den vielen anderen Geflüchteten* ergeht. Sie spricht nicht nur über Veränderungen, sie weiß, wie akut diese gebraucht werden. So erklärt Omar das auch in einem Interview:

„Everything that happens to me doesn’t really happen to me, it happens to the community I live in, to the community I represent to the identities that I represent,“ alles was ihr widerfahre, widerfahre nicht nur ihr, sondern der ganzen “Community” in der sie sich aufhält, also diejenigen Individuen die sie repräsentiert (Omar 2019).

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