Frau des Monats November 2020: Magaly Pineda Tejada

01.November 2020 | | Frau des Monats

Magaly Pineda Tejada

Dominikanische Feministin, Aktivistin und Professorin für Soziologie

Geboren am 21. März 1943 in Santo Domingo

Gestorben am 29. März 2016

„Der Feminismus veränderte mein Leben, weil ich dadurch alles in Frage stellte: Meine Beziehungen, die Erziehung meiner Kinder. Es eröffnete sich für mich eine kritische Vision über das Bildungssystem, über die Texte, über mich selbst, über mein Verhalten und meine Reaktionen“ (Magaly Pineda: 2015)

Magaly Pineda wurde am 21. März 1943 in Santo Domingo, Dominikanische Republik, in eine Arbeiterfamilie hinein geboren. Als Kind floh sie mit ihrer Familie ins Exil nach Puerto Rico, um der Diktatur des dominikanischen Präsidenten Rafael Leonidas Trujillo zu entkommen.

Schon sehr früh war sie Bewunderin des kubanischen Revolutionärs Fidel Castro und teilte dessen marxistische Ideale. Bereits im Alter von 15 Jahren begann sie sich für feministische Theorien zu interessieren und verfolgte die Bewegungen der linken Parteien, die gegen den Diktator in ihrem Heimatland ankämpften.

Noch in Puerto Rico absolvierte Magaly ihr Studium der Soziologie und begann ihren politischen Aktivismus als Mitbegründerin der Federación Universitaria Pro Independencia, die sich für die Unabhängigkeit Puerto Ricos einsetzte.

Nach dem Sturz des dominikanischen Diktators Trujillo kehrte sie in die Dominikanische Republik zurück. Dort wurde sie in den 70er und 80er Jahren zu einer führenden Persönlichkeit im Bereich Geschlechtergerechtigkeit. Sie gründete mehrere feministische Organisationen und schloss sich außerdem der linken Bewegung 14. Juli an, mit der sie gegen die US-amerikanische Besatzung der Dominikanischen Republik kämpfte.

Im Jahr 1977 wurde Pineda Professorin an der Autonomen Universität Santo Domingo und gründete das Centro de Investigación para la Acción Femenina (CIPAF), ein Forschungszentrum, welches sich auf die Untersuchung weiblichen Handelns spezialisiert. Es beschäftigt sich unter anderem mit der Rolle von Frauen in Demokratien sowie sexueller Gewalt. Mit der Gründung des CIPAF setzte sie die ersten Schritte hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft und bewegte damit einen Meilenstein.

Pineda war ein wichtiger Bestandteil der Anfänge des transnationalen lateinamerikanischen Feminismus. Auf der ersten Konferenz für lateinamerikansiche und karibische Feministinnen 1981 wurde der 25. November als Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen beschlossen. An der Festlegung dieses Tages war Magaly Pineda maßgeblich beteiligt.

Der 25.November , da an jenem Tag drei dominikanische Frauen, auf Grund ihres politischen Aktivismus ermordet worden sind. Es ist der Todestag der drei Mirabal Schwestern: Patria, Minerva und Maria Teresa, auch genannt „Las tres Mariposas/ Die drei Schmetterlinge“. Sie waren Aktivistinnen im Kampf gegen den dominikanischen Diktator Rafael Leónidas Trujillo Molina. Auf Grund ihres Aktivismus, der dem Diktator im Wege stand, wurden sie am 25. November 1960 auf dem Weg ins Gefängnis erdrosselt.

Des Weiteren gründete Magaly das feministische Magazin Quehaceres und setzte sich für einen verbesserten Zugang zu Abtreibungen sowie für LGBTQ- Rechte ein, was bis heute in der Dominikanischen Republik umstritten ist. Unter anderem stellte sie für diese Ziele 1994 den „Plan für die gleichen Chancen von Frauen“, welcher soziale Rechte im Bereich der reproduktiven Gesundheit gesetzlich verankerte.

Im Jahr 2014 gewann Pineda den Equality and Gender Mainstreaming- Technology Award für ihr Engagement zur Inklusion von Frauen und Mädchen im Bereich der Mathematik.

Am 29. März 2016 starb die Mutter von drei Kindern an einem langjährigen Krebsleiden. Nach ihrem Tod wurde die Organisation Tertulia Feminista Magaly Pineda in der Dominikanischen Republik gegründet, die sich in monatlichen Treffen über feministische Themen in allen Lebensbereichen austauscht und weiterbildet.

Magaly Pineda hat den internationalen Feminismus geprägt und verändert. In den 1970er Jahren herrschte in ihrem Heimatsland ein schlechtes Bild der feministischen Ideen, da diese in der linken Bewegung als Bedrohung angesehen wurden, männliche und weibliche Mitglieder zu spalten. Sie gilt als eine der ersten Feministinnen in der dominikanischen Republik.

In einem Interview wendet sie sich 2015 an andere Frauen und Mädchen mit den Worten: „Hay que ser revolucionaria en la casa, en la calle y en la cama“ deutsch: „Man muss Revolutionärin sein: Im Haus, auf der Straße und im Bett“

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