Historische Frau des Monats August 2019: Augusta Savage

05.August 2019 | | Historische Frau des Monats

Augusta Savage

US-amerikanische Bildhauerin und Kämpferin gegen Rassismus

Geboren am 29.02.1892 in Green Cove Springs, Florida

Gestorben am 26.03.1962 in New York City

 

Augusta Christine Fells wurde als siebtes von 14 Kindern in Florida geboren. Der Vater war ein streng gläubiger Methodist, der die frühen Tonfiguren seiner Tochter als Gotteslästerung empfand und zerstörte. Doch Augusta ließ sich nicht beirren.

Ein Klassenlehrer förderte ihr Talent zum Modellieren und als College-Studentin verkaufte sie Tierfiguren auf dem Markt.

1907 heiratete sie John T. Moore, der nur ein Jahr später, nach der Geburt seiner Tochter Irene Connie, starb.

1915 ging Augusta eine Ehe mit James Savage ein, dessen Namen sie auch nach der Scheidung und einer weiteren Heirat beibehielt.

Mit einem Stipendium für die Cooper Union, einer Kunsthochschule, brach sie 1921 nach New York auf, wo ihr großes Können gewürdigt wurde. Ihr Dozent war drei Jahre lang der Bildhauer George Brewster.

Die von Frankreich gesponserte Sommerakademie der Fontainebleau School of Fine Arts verweigerte ihr nur wegen ihrer dunklen Hautfarbe die Aufnahme, was Savage äußerst empörte. Die Presse prangerte diese rassistische Einstellung an, doch das Stipendium erhielt die Künstlerin trotzdem nicht. Diese setzte sich seitdem für die Gleichberechtigung von schwarzen Menschen ein.

Der Geldmangel spielte in ihrem Leben immer wieder eine Rolle. So musste sie nach dem erfolgreichen Abschluss der Cooper Union als Wäscherin arbeiten, um ihre Familie zu ernähren.

1925 erhielt sie ein Stipendium an der Royal Academy of Fine Arts in Rom, das sie jedoch nicht finanzieren konnte, es fehlte das Geld für die Reise.

1928 gewann sie den Otto-Kahn-Preis mit der Skulptur Head of a Negro.

Im Jahr darauf hatte sie aufgrund von Spenden und Stipendien das Geld für eine Reise nach Paris zusammen. Sie lebte und arbeitete im Künstlerviertel Montparnasse.

Bald sprach sich in der afroamerikanischen Community ihr großes Talent herum. Frauengruppen, Lehrerinnen und Sponsoren ermöglichten ihr, weiter in Paris zu studieren und durch Frankreich, Belgien und Deutschland zu reisen.

1931 kehrte sie in die USA zurück, nachdem sie in Europa viel Anerkennung und zahlreiche Preise erhalten hatte.

Drei Jahre später wurde sie als erste afroamerikanische Künstlerin in die National Association of Women Painters and Sculptors gewählt. Sie eröffnete ihre eigene Kunstschule für alle Interessierten in Harlem, die sich später zum Harlem Community Art Center entwickelte, deren erste Direktorin sie wurde.

Ein Höhepunkt ihres Schaffens war die Teilnahme an der New Yorker Weltausstellung von 1939. Ihre 6 Meter hohe Gipsskulptur „Lift Every Voice and Sing“, auch bekannt als „The Harp“ sorgte für großes Aufsehen und war das meistfotografierte Werk auf der Messe. Es wurde jedoch nach der Ausstellung zerstört, da die Künstlerin kein Geld für den Bronzeguss hatte.

In den 1940er Jahren zog sich Augusta Savage enttäuscht aufs Land zurück. Zwei ihrer renommierten Galerien ließen sich nicht mehr finanzieren.

Sie fertigte zwar noch Skulpturen an, unterrichtete Kinder und schrieb Geschichten, war aber nicht mehr im Kunstbetrieb präsent. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie mit dem Verkauf von Lebensmitteln und als Angestellte.

Am 26. März 1962 starb sie in New York City an Krebs. Viele ihrer Werke sind nicht mehr erhalten. Bekannt wurde sie u.a. mit Skulpturen von Frederick Douglass, Marcus Garvey und „Gamin“. Künstlerisch stand sie der „Harlem Renaissance“ nahe.

Bildquelle:

Wikipedia

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