Historische Frau des Monats November 2018: Anita Augspurg

09.November 2018 | | Historische Frau des Monats

Anita Augspurg

Juristin, Radikale, Pazifistin

  • Geboren am 22. September 1857 in Verden an der Aller
  • Gestorben am 20. Dezember 1943 im Exil in Zürich, Schweiz

Anita Augspurg, eine der bedeutendsten Akteurinnen der ersten deutschen Frauenbewegung und ist heute vor allem durch ihren Einsatz für das Frauenstimmrecht Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. Als jüngstes Kind von fünf Geschwistern wuchs sie in einer Akademikerfamilie auf, die sie sehr förderte.

Nach Abschluss des Lehrerinnenexamens 1878 begann sie eine Ausbildung zur Turnlehrerin und nahm Schauspielunterricht. 1888 eröffnete sie mit Sophie Goudstikker das renommierte Fotoatelier Elvira in München. 1893 nahm sie ein Jurastudium in Zürich auf, da Frauen in Deutschland damals keinen Zugang zu Universitäten hatten. 1897 promovierte sie als erste deutsche Juristin. Ein Jahr später gründete sie mit ihrer Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann in Hamburg den ersten deutschen Zweigverein der internationalen Abolitionistischen Föderation (IAF), der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzte.

Ab 1899 lebte sie in Berlin, arbeite mit Minna Cauer, der Herausgeberin der Zeitschrift „Die Frauenbewegung“ zusammen und publizierte in der „Zeitschrift für Frauenstimmrecht“. Am 1. Januar 1902 gründete sie mit Minna Cauer und Lida Gustava Heymann den ersten deutschen Verband für Frauenstimmrecht.

Während des Ersten Weltkriegs 1915 initiierte Augspurg den Internationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag mit. Erst nach dem Krieg, am 12. November 1918 wurde das allgemeine und gleiche, aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. Augspurg und Heymann gaben die feministische Zeitschrift „Die Frau im Staat“ heraus. 1933 gingen sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Schweizer Exil. Ihr Vermögen wurde eingezogen, so dass beide auf die Unterstützung von Freunden angewiesen waren.

Am 20. Dezember 1943 starb Anita Augspurg in Zürich, fünf Monate nach dem Tod ihrer Lebensgefährtin.

Quellen:

https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/anita-augspurg, letzter Zugriff: 09.11.2018 10:14 Uhr

http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anita-augspurg/, letzter Zugrifff: 09.11.2018 10:21 Uhr

https://www.wikipedia.org/wiki/Anita_Augspurg, letzter Zugrifff: 09.11.2018 10:07 Uhr

Linnemann, Dorothee (2018), Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht, Societäts Verlag, Seite 87.

Bildquelle:

Deutsches Historisches Museum, ZB 20 -119. 1902
Lizenz

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