Frau des Monats Februar 2021: Angela Davis

01.Februar 2021 | | Frau des Monats

Angela Davis

Geboren 26.01.1944 in Birmingham, Alabama (USA)

US-amerikanische Aktivistin, Feministin, politische Philosophin und Autorin

Angela Yvonne Davis wurde am 26. Januar 1944 in Birmingham geboren. Sie wuchs in einer afroamerikanischen Mittelschichtsfamilie in einem Stadtteil auf, der von der rassistischen Gewalt des Ku Klux Klan dominiert wurde. Immer wieder gab es Bombenanschläge gegen schwarze Bürgerrechtler*innen.

Zusammen mit ihrer politisch aktiven Mutter nahm Angela Davis bereits als Jugendliche an antirassistischen Aktionen und Demonstrationen teil.

Aufgrund ihrer Begabung erhielt sie 1956 ein Stipendium für eine liberale Privatschule in New York. Dort engagierte sie sich in einer marxistisch-leninistischen Gruppe.

Bildquelle:

Wikipedia

An der renommierten Brandeis-Universität in Massachusetts wurde sie im Fach französische Literatur eine der besten Student*innen von Herbert Marcuse.

1963 ging Davis für ein Jahr nach Paris, wo sie an der Sorbonne Philosophie studierte. Sie lernte dort Kommiliton*innen aus ehemaligen französischen Kolonien kennen, die ihr politisches Bewusstsein schärften. Als vier Mädchen nach einem Bombenanschlag auf eine Kirche starben, setzte sie ihren Kampf gegen Rassimus umso entschlossener fort.

Nach einem ausgezeichneten Studienabschluss in französischer Literatur ging Davis 1965 auf Vermittlung von Herbert Marcuse nach Frankfurt/Main, studierte Philosophie und Soziologie u.a. bei Adorno und Horkheimer.

Sie schloss sich dem SDS in Frankfurt an und nahm an Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg teil.

1967 kehrte sie in die USA zurück, beteiligte sich aktiv an der Bürgerrechtsbewegung, kurzzeitig auch bei der „Black Panther Party“ und schloss bei Herbert Marcuse an der Universität in San Diego ihren Master in Philosophie ab.

1969 begann sie eine Lehrtätigkeit an der Universität in Los Angeles (UCLA), doch wegen ihrer Mitgliedschaft im „Che-Lumumba-Club“, einer schwarzen Fraktion der kommunistischen Partei wurde ihr vom Universitätsaufsichtsrat gekündigt. Proteste von Studierenden und Dozent*innen bewirkten ihre Rehabilitierung, aber der Lehrvertrag wurde im nächsten Jahr nicht verlängert. Davis wurde vorgeworfen, dass sie sich für marxistische Gefangene im Soledad-Gefängnis eingesetzt hätte. Sie hatte Geld für die Verteidigung gesammelt und sich für deren Befreiung eingesetzt. Aufgrund von Morddrohungen legte sie sich Waffen zu.

1970 eskalierte der Befreiungsversuch eines Gefangenen aus dem Gerichtssaal, als dessen Bruder mit Davis‘ Waffe mehrere Menschen erschoss. Angela Davis floh nach New York, wurde aber aufgegriffen und kam über ein Jahr in Untersuchungshaft. Eine internationale Protestbewegung setzte sich unter dem Motto „Free Angela“ für ihre Freilassung ein, darunter Pop-Ikonen wie John Lennon und Yoko Ono.

1972 wurde Angela Davis freigesprochen. Nach Vortragstourneen durch die USA u.a. über Gefängnisreformen und soziale Gerechtigkeit lehrte sie von 1975-1977 u.a.„Women’s and Ethnic Studies“ an der Universität von San Francisco.

1974 verfasste sie ihre Autobiografie, die 1975 unter dem Titel: „Mein Herz wollte Freiheit“ in deutscher Sprache erschien.

1979 erhielt sie den Lenin-Friedenspreis der Sowjetunion und ist Ehrendoktorin der Universität Leipzig.

In den 1980er Jahren bewarb sie sich zweimal mit dem kommunistischen Präsidentschaftskandidaten Gus Hall als Vize-Präsidentin.

Seit Mitte der 1980er Jahre ist sie Mitglied im „National Political Congress of Black Women“ und Vorständin im „National Black Women’s Health Project“.

Wichtige feministische Standardwerke von Angela Davis sind: „Rassismus und Sexismus. Schwarze Frauen und Klassenkampf in den USA (1982)“. „Women, Culture and Politics (1989) und „Blues Legacies and Black Feminism: Gertrude „Ma“ Rainey, Bessie Smith and Billie Holliday“ (1998)

Seit 2011 unterstützt Davis die Occupy-Bewegung und ist Sprecherin der Kampagne gegen die Todesstrafe.

2013 startete sie die Gastprofessur für internationale Gender- und Diversity-Studies des Cornelia Goethe Centrums an der Universität Frankfurt am Main.

Nach wie vor tritt Angela Davis als engagierte Kämpferin für die Rechte aller Menschen auf, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung und sozialer Herkunft.

Quellen:

https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/angela-davis

https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Davis

Angela Davis. Rassismus und Sexismus. Schwarze Frauen und Klassenkampf in den USA. Elefanten Press Verlag 1982

 

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