Über belladonna

Der Verein belladonna wurde 1986 in Bremen mit der Zielsetzung gegründet, die politische, gesellschaftliche und kulturelle Bildung von Frauen zu fördern. belladonna versteht sich als Einrichtung, die eine große Bandbreite von Kultur- und Bildungsveranstaltungen für eine Vielzahl von Frauen der unterschiedlichsten Lebenszusammenhänge und Altersgruppen anbietet.

Seit Januar 1988 hat der Verein sein Zuhause in der Sonnenstraße 8 im Bremer Viertel.

Unsere Mitarbeiterinnen v.l.n.r.: Monika Brunnmüller, Karen Buggeln, Dr. Sabine Wolf, Rebecca Gefken, Julia Chaker, Hanna Wolff, Maren Bock, Marianne Wiese, Birte Skrzypczak. Mehr zu unserem Team hier.

Was ist das Besondere?

Wir sind interdisziplinär, d.h. wir bieten Kultur – (Weiter)Bildung – Wissenschaft/Forschung – Qualifizierung – Coaching für Existenzgründerinnen und Jungunternehmerinnen.

Die Nachfrage bestätigt, dass frauenspezifische Angebote gewollt sind. Es hat mit Qualität und Effektivität zu tun. Denn in den meisten Bildungs- und Kultureinrichtungen wird in dieser Gesellschaft immer noch selbstverständlich von einer Männer-Biografie ausgegangen. Fragestellungen von Frauen und ihren Lebensmustern kommen so gut wie nicht vor. Genau dort setzen wir von belladonna mit unseren Programmangeboten an: Frauen, ihre Lebens- und Sichtweisen stehen bei uns im Vordergrund.

Was ist das Selbstverständliche?

In unseren Angeboten ist der Gender-Blickwinkel immer vorhanden. Wir betrachten die Welt aus „Frauenaugen“: Wir sehen und thematisieren die ungerechte Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern, genauso wie die ungleichen Lebensläufe.

Aber wir entlassen uns Frauen auch nicht aus der gesellschaftlichen Verantwortung für Unrecht (auch durch Frauen). Zunehmend werden Institutionen, Verwaltungen, Parteien und Unternehmen davon überzeugt, dass es Sinn macht, auch die andere Hälfte der Bevölkerung in jeglicher Hinsicht mit einzubeziehen. Diese Institutionen werden allmählich geschlechtersensibel. Die vermeintliche Geschlechtsneutralität beginnt zu bröckeln. Das freut uns sehr!

Ziele

Das wichtigste Ziel von belladonna ist die Durchsetzung eines emanzipatorischen Verständnisses von Frauenleben und Frauenarbeit. In diesem Zusammenhang wollen wir dazu beitragen, die gesellschaftliche Position von Frauen (auch im globalen Kontext) in den Bereichen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit zu reflektieren sowie die Stellung von Frauen in den Machtbereichen der Gesellschaft, z. B. in Politik, Wirtschaft, Medien sichtbar zu machen. Auch die systematische Aufarbeitung der Lebens- und Zeitgeschichte betrachten wir in diesem Kontext als wichtige Aufgabe.

Schwerpunkte

Zur erfolgreichen Umsetzung unserer Ziele setzen wir in vier Bereichen Schwerpunkte:

Kultur

Bildung

Wirtschaft

Bremer Frauenarchiv und Dokumentationszentrum

Zielgruppe

Zielgruppen sind seit der Gründung von belladonna alle Frauen, gleich welcher ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität oder Altersgruppe. Das breitgefächerte Angebot an Veranstaltungen spricht selbstverständlich auch unterschiedliche Nutzerinnen an – von Studierenden über Erwerbstätige bis hin zu Unternehmerinnen. Eine Vielzahl unserer Veranstaltungen sowie Archiv und Bibliothek sind offen für alle Interessierten.

Mitarbeiterinnen

Maren Bock

Germanistin und Politologin. Geschäftsführerin und Mitgründerin von belladonna. Verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit, Lobbying, Finanzen und Personal. Zuständig für den Bereich Wirtschaft.

Dr. Sabine Wolf

Diplom-Ökonomin.
Stellvertretende Geschäftsführerin. Verantwortlich für Anträge, Abrechnungen und Verwaltung. Anleiterin der studentischen Mitarbeiterinnen.

Hanna Wolff

Kultur- und Geschichtswissenschaftlerin. Assistentin der Geschäftsführerin. Verantwortlich für
Anzeigenkund_innen und Raumvermietung.

Birte Skrzypczak

Soziologin mit Schwerpunkt Geschlechterforschung. Verantwortlich für Website und Blog, unterstützt das Team bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Monika Brunnmüller

Germanistin und Kunstvermittlerin. Leiterin der Archivgruppe, verantwortlich für das Pressearchiv, Graues Material und für Praktikantinnen. Zuständig für den Bereich Kunst und Kreativwirtschaft.

Julia Chaker

Soziologin, Historikerin und Bibliothekarin. Verantwortlich für Archiv und Bibliothek, für Bestandsaufbau / -pflege, Archivdatenbank und Vernetzung.

Rebecca Gefken

Historikerin, Geschlechterwissenschaftlerin und studentische Mitarbeiterin. Unterstützt das Archiv bei der Digitalisierung.

Karen Buggeln

Germanistin und Kulturwissenschaftlerin. Unterstützt das Archiv bei der Digitalisierung.

Archivgruppe

Dank des jahrelangen Engagements der „Mittwochsgruppe“ ist das belladonna Pressearchiv einzigartig und hochaktuell.

Sie lesen gerne Zeitung? Sie sind interessiert am aktuellen Tagesgeschehen? Frauenpolitische Themen sind Ihnen wichtig und Sie möchten sich ehrenamtlich engagieren?

Dann ist die offene Archivgruppe von belladonna vielleicht das Richtige für Sie.

Vorstand

Nicole Wrede (1. Vorsitzende)

Mehr zu Nicole Wrede
  • Selbstständige Beraterin, Trainerin und Texterin
  • Ausbildung zum systemischen Coaching bei artop – Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Studium der Germanistik, Sozialwissenschaften und Pädagogik

Ihr beruflicher Dreh- und Angelpunkt ist die Kommunikation. Drumherum bietet sie an:

  • Beratung von Unternehmen und ExistenzgründerInnen in Marketingfragen
  • Zertifiziertes systemisches Coaching für Berufstätige in verantwortungsvollen Positionen
  • Trainings rund um Kommunikation
  • Kreation von Texten zur Unternehmenskommunikation

www.nicolewrede.de

Ulrike Kohls

Mehr zu Ulrike Kohls
  • Rechtsanwältin
  • Mediatorin

Ulrike Kohls ist in Bremen geboren und war nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bremen und dem Referendariat in Niedersachsen 3 Jahre als Juristin im öffentlichen Dienst des Landes Sachsen-Anhalt im Bereich der Altlastenfreistellung tätig.

Seit 2005 ist sie als Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Vergabe-, Bau- und Umweltrecht tätig und hatte von 2005 bis 2016 eine eigene Kanzlei.

Seit 2007 ist sie als Trainerin in der belladonna Coachingreihe aktiv.

Maria Spieker

Mehr zu Maria Spieker
  • Studium Geschichte und Kunst für das Lehramt mit Abschluss für Sek. I
  • Diplom in der Jugend- und Erwachsenenbildung
  • Maria Spieker leitete bis Ende 2014 die Bremer Volkshochschule Süd

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Maria Spieker war die Frauen- und Mädchenbildung im Jugendhof Steinkimmen. Ab Ende der 1980er Jahre engagierte sie sich frauenpolitisch in der Partei „Die Grünen“ in Bremen und auf Bundesebene und war Referentin für Frauenpolitik in der grünen Bürgerschaftsfraktion. Von 1991 bis 1999 war sie Bürgerschaftsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. 2001 stieg sie aus der aktiven Politik aus und in die Weiterbildung wieder ein.

Seit 2015 ist sie im Ruhestand und freiberuflich in der Weiterbildung tätig.

belladonna Ehrenvorsitzende: Dr. Dr. Hannelore Cyrus

Die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Dr. Dr. Hannelore Cyrus ist Ehrenvorsitzende des Vereins belladonna. Sie war Mitgründerin des Vereins und langjährige Vorstandsvorsitzende. Ihre Arbeitsschwerpunkte waren historische Frauenforschung, Kriminologie und empirische Sozialforschung.

Sie ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, darunter unter anderem: „Frei geboren – 1000 Jahre Bremer Frauengeschichte“; „Denn ich will aus mir machen das Feinste. Malerinnen und Schriftstellerinnen im 19. Jahrhundert.“; „Die Liebe höret nimmer auf. Künstlerpaare, die Liebe und die Liebe zur Kunst“

Beirat

Als beratendes Gremium steht dem Verein und dem Vorstand von belladonna der Beirat zur Seite.

Derzeit setzt sich der belladonna Beirat aus

Aysun Doğmuş, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen,

Annette Düring, Geschäftsführerin der DGB Frauen Region Bremen-Elbe-Weser,

Prof Dr. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen,

Henriette Meseke, Leiterin der Agentur für Gleichstellung des Europäischen Sozialfonds (ESF),

Janne Müller, Parlamentsreferentin für Haushalt, Finanzen, Beiräte, Arbeitsmarktpolitik beim Bündnis 90/DIE GRÜNEN Bremen,

Dr. Jutta Schmidt, stellvertretende Leitung der Kirchenkanzlei der Bremischen Evangelischen Kirche und im Vorstand der Evangelischen Frauen in Bremen e.V.

sowie Maren Bock und Sabine Wolf zusammen.

Geschichte

Ein Projekt an der Universität Bremen über Alternativen weiblicher Lebenszusammenhänge hat den entscheidenden Impuls für die Gründung eines Zentrums für Frauen gegeben. In diesem Kontext starteten im Mai 1986 dreizehn Frauen mit der Konzeption eines politisch anspruchsvollen Kultur- und Bildungsprogramms für Frauen. Sie gründeten den Verein belladonna – Kultur-, Kommunikations- und Bildungszentrum e.V..

Seit 1987 befindet sich der Verein belladonna in der Sonnenstraße 8 in Bremen. Die feierliche Eröffnung fand am 13. Januar 1988 statt. Von Anfang an fanden die Kultur- und Bildungsveranstaltungen von belladonna viel Zuspruch. Das Frauenpressearchiv gehörte von Anfang an dazu und wächst stetig – bis heute.

belladonna Highlights in den 1990er-Jahren:

Aus der feministischen Geschichtswerkstatt heraus entwickelten sich seit 1992 die ersten Frauenstadtrundgänge. Später arbeiteten Christine Holzner-Rabe und andere Frauen weitere Frauenstadtrundgänge aus.

Mit einer fantasievollen Aktion machten am 18. Mai 1994 Bremer Mädchen- und Frauenprojekte, darunter auch belladonna, auf ihre prekäre finanzielle Situation aufmerksam. Seit der Gründung musste (und muss) belladonna immer wieder für die finanzielle Absicherung kämpfen.

Im Oktober 1994 fand Yennenga, das erste afrikanische Frauenfilmfestival, in Bremen statt. belladonna und das Kino 46 zeigten ca. 25 Filme und unter anderem kam die Filmemacherin Tsitsi Dangaremba aus Simbabwe im Rahmen des umfangreichen Programms zu einer Talkrunde nach Bremen.

Über 700 Zuschauerinnen kamen zum ersten Konzert der Frankfurter Frauenband „Kick la Luna“ 1995 in Bremen. Bei ausgelassener Stimmung wurde bei diesem ersten Frauenkonzert im Kulturzentrum Schlachthof diese Musik in vollen Zügen genossen.

„Frauenräume erhalten“ war am 8. März 1996 der Slogan, um gegen finanzielle Kürzungen von Seiten der Behörden zu protestieren. Anschließend fand ein Frauenparlament in der Bürgerschaft statt.

Am 11. Mai 1996 feierten die belladonnas mit einem Tag der offenen Tür die 10-jährige Vereinsgründung.

Am 6. Juli 1996 stach belladonna zum ersten Mal in See zur Mondscheinfahrt auf der Weser. Dieses nächtliche Vergnügen mit Standardtanz und Disco war nicht die letzte Schifffahrt der belladonna-Frauen.

Unter dem Titel „Einbrüche, Umbrüche, Aufbrüche. Globale Chancen für Frauen in der Arbeitswelt“ organisierte belladonna vom 5. bis 8. März 1998 einen internationalen Kongress. Insgesamt kamen 700 Besucherinnen aus 12 Ländern zu den zahlreichen Vorträgen und Workshops von 48 in- und ausländischen Referentinnen. Die Veranstaltungen an der Universität Bremen wurden synchron in vier Sprachen inklusive Gebärdensprache übersetzt.

belladonna Highlights in den 2000er-Jahren:

Die angeleitete Archivgruppe besteht seit dem Jahr 2000. Für das größte Frauenpressearchiv in Nordeuropa werten ehrenamtliche Mitarbeiterinnen wöchentlich regionale und überregionale Tages- und Wochenzeitungen aus. Dank dieser Unterstützung bleibt unser Pressearchiv immer hochaktuell.

Alice Schwarzer kam am 23. Januar 2001 zu einer Lesung ins Bremer Rathaus, die belladonna in Kooperation mit Radio Bremen organisiert hatte. Alice Schwarzer zog hier Bilanz über die Situation von Frauen und Männern zur gegenwärtigen Zeit.

Unter dem Titel „Verliebt, verlobt, verpartnert“ organisierte belladonna in Kooperation mit dem Rat & Tat Zentrum eine Podiumsdiskussion im Jahr 2002. Hier wurde Bilanz gezogen zum Lebenspartnerschaftsgesetz, das seit einem Jahr Gültigkeit besaß.

Begrüßt von Bürgermeister Henning Scherf fand am 28. September 2002 eine Lesung mit Hannelore Hoger in der Oberen Rathaushalle in Bremen statt.

Zusammen mit Halime Cengiz von der Mevlana Moschee veranstaltet belladonna den Interkulturellen Austausch. Hier treffen seit April 2007 muslimische und frauenbewegte Frauen aufeinander und tauschen sich zu verschiedensten Themen aus. Es geht darum, sich gegenseitig kennen zu lernen und einen Einblick in unterschiedliche Lebensrealitäten zu erhalten.

Die 42. Tagung der deutschsprachigen Lesben-/ Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen fand vom 25. bis 28. Oktober 2007 in Bremen statt. belladonna gehört neben über 40 weiteren Archiven und Bibliotheken aus Deutschland, Luxemburg, Italien, Österreich und der Schweiz dem Dachverband i.d.a. informieren, dokumentieren, archivieren an.

Seit 2007 verleiht belladonna den belladonna Gründerinnenpreis an eine erfolgreiche Bremer Jungunternehmerin. Das Preisgeld ist von anfänglich 2.000 auf 5.000 Euro gestiegen und die prämierten Frauen erhalten zunehmend mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Am 29. Oktober 2008 feierte belladonna 20-jähriges Jubiläum. Vorstandsfrau Nicole Wrede führte durch den Abend. Die Senatorin für Finanzen und Bürgermeisterin Karoline Linnert lud zum Festakt mit anschließendem Empfang in die Obere Rathaushalle.